6,9 Millionen Bewohner Deutschlands gelten als überschuldet – das ist eines der Ergebnisse des SchuldnerAtlas 2008. Für die Bundesrepublik ergibt sich zum Stichtag 1. Oktober 2008 eine Schuldnerquote von 10,11 Prozent (Vorjahr: 10,85 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 470.000 Betroffene. Die Schuldnerquote liegt in den neuen Bundesländern (10,30 Prozent, ohne Berlin) nur noch geringfügig höher als im Westen Deutschlands (10,07 Prozent). Zudem hat die Überschuldung im Osten stärker abgenommen als im Westen. Im Westen gelten 5,70 Millionen Personen als überschuldet, im Osten sind es rund 1,17 Millionen.
Durch den zurückliegenden konjunkturellen Aufschwung konnten viele ehemalige Schuldner neue Beschäftigungsverhältnisse aufnehmen. Dadurch waren sie in der Lage, ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen und Schulden abzubauen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Privatinsolvenzen erstmals seit Einführung des Verbraucherinsolvenzverfahrens.
Die niedrigsten Schuldnerquoten weisen die Bundesländer Bayern (7,28 Prozent) und Baden-Württemberg (7,65 Prozent) auf. Sachsen landet mit einer Schuldnerquote von 9,10 Prozent erneut auf dem dritten Platz. Schlusslichter sind – wie auch schon 2007 – die Länder Bremen (14,72 Prozent), Berlin (13,96 Prozent) und Sachsen-Anhalt mit einer Überschuldung von 12,40 Prozent. Nach Kreisen und kreisfreien Städten zeigt sich folgendes Bild: Der Landkreis mit der niedrigsten Schuldnerquote ist Eichstätt in Bayern mit 4,01 Prozent überschuldeten Einwohnern. Die Stadt mit der größten Schuldnerdichte ist Offenbach am Main. Hier liegt die Schuldnerquote bei 19,36 Prozent.
Wiederanstieg droht
Zu befürchten ist, dass es in den nächsten zwei Jahren zu einer neuen Überschuldungswelle kommen wird, die auf dem Wiederanstieg der Arbeits- und Beschäftigungslosenzahlen basieren wird. Hauptausgangspunkt der weiteren Überschuldungsentwicklung sind die konjunkturellen Folge- und Nebenwirkungen der globalen Finanzkrise. Der Vertrauensverlust im Finanz- und Wirtschaftssystem, die damit einhergehende Kreditzurückhaltung der Banken und der zu erwartende Konsumverzicht von Verbrauchern werden 2009 zu einem deutlichen Rückgang der BIP-Wachstumsraten und damit zu einem Stillstand beim Abbau der Arbeitslosigkeit führen. Die Folge: Die Überschuldung der Verbraucher wird wieder steigen.





